Ramona Schmidt-Stephan (56): Schulter an Schulter

Der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach einer schweren Krankheit ist nicht immer leicht. Mit wir.Neustarter haben Sie ein starkes Team an Ihrer Seite. Wir schaffen es gemeinsam.

Schulter an Schulter

Am Ende hat Ramona Schmidt-Stephan zu viel geschultert. Schon während ihrer Ausbildung zur Fleischerei-Fachverkäuferin trägt sie halbe Rinder zum Schlachter. Danach arbeitet sie in einer Supermarktkette, holt kistenweise Waren aus dem Lager und füllt die Regale. Später wechselt sie in eine Bäckerei und transportiert Bleche voller Backwaren. Lange bemerkt sie die körperliche Anstrengung kaum. Sie ist Verkäuferin mit Herz und Seele: „In der Backstube haben mein Chef und ich oft geflachst: Wir beide machen hier noch das Licht aus.“ Es kommt anders. Ihre Schulter gibt auf – und ihre Pläne zerplatzen.

Anfangs hofft sie, dass die Schmerzen verschwinden. Doch sie werden schlimmer. Sie wird krankgeschrieben, erst konventionell behandelt, dann operiert. Nichts hilft. Irgendwann sagt ihre Physiotherapeutin ernst: „Ich kann deine Schulter nicht mehr bewegen.“

„Es gibt nicht nur den einen Beruf, auch wenn man ihn liebt. Andere Tätigkeiten können genauso erfüllend sein. Wichtig ist, niemals aufzugeben und seine Stärken anders einzusetzen. Dabei bietet das BFW Thüringen wertvolle Unterstützung.“

Was nun? Aufgeben ist für die lebenslustige Thüringerin keine Option. Zu Hause fällt ihr die Decke auf den Kopf, sie will wieder arbeiten. Ramona durchforstet Stellenanzeigen, viele im Pflegebereich. „Zuerst dachte ich: So etwas schaffe ich körperlich nicht. Dann fand ich ein Anforderungsprofil für Alltagsbetreuung und ich wusste: Das kann ich! Büroarbeit war nie mein Ding, ich brauche Menschen um mich!“

Gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland entwickelt sie einen Plan für ihren beruflichen Wiedereinstieg. Schon nach wenigen Wochen beginnt sie eine Integrationsmaßnahme im BFW Thüringen. Schulter an Schulter mit dem BFW-Team startet sie ihren Weg zurück ins Arbeitsleben. Sie durchläuft Bewerbungs- und PC-Trainings, absolviert die Zusatzqualifikation „Betreuung in stationären Pflegeeinrichtungen“ und macht Praktika. „Ich denke gern an meine Zeit im BFW zurück. Wir waren fünf Teilnehmer, haben gemeinsam gelernt und uns gegenseitig unterstützt. Das Team des BFW war immer für uns da. Noch heute könnte ich jederzeit anrufen.“

Inzwischen hat sie eine neue berufliche Heimat gefunden. Im Azurit Seniorenzentrum „Im Heutal“ in Gotha hilft sie, an Demenz erkrankten Menschen ein liebevolles Zuhause zu bieten. Vom ersten Tag an beeindruckt sie das Pflegeteam mit ihrer Ruhe, auch wenn die betreute Gruppe unruhig wird. „Im Verkauf habe ich Geduld gelernt. Die Seniorinnen und Senioren hier sind wie meine früheren Kunden. Ich gehe auf ihre Bedürfnisse ein – und bin glücklich damit.“Ihre Geschichte zeigt, dass neue Wege der beruflichen Reha zu echten Chancen führen. Ramona ermutigt andere Betroffene: „Es gibt nicht nur den einen Beruf, auch wenn man ihn liebt. Andere Tätigkeiten können genauso erfüllend sein. Wichtig ist, niemals aufzugeben und seine Stärken anders einzusetzen. Dabei bietet das BFW Thüringen wertvolle Unterstützung.“